Slide background

Ausgleichsberechnung

Schneller, Leichter und zuverlässiger können
Sie Ihre Erträge nicht erhöhen!

Getreu diesem Motto schreiben Fachplaner und Architekten die zu erbringenden Leistungen aus, erstmal alle Positionen reinnehmen, so dass das Budget des Bauherrn am Ende nicht überschritten wird und Fachplaner und Architekten sich nicht bei dem Bauherrn erklären müssen, warum das Budget überschritten wurde. Das Nachsehen haben Sie als Unternehmer, der dann nicht auf die im Vorfeld kalkulierten Deckungsbeiträge für die Baustellengemeinkosten, Allgemeinen Geschäftskosten und den Gewinn kommt.

Mehr

Slide background

Die VOB/B hat eine Lösung für dieses Problem!

Sofern die ausgeschriebenen/vertraglich vereinbarten Massen nicht erreicht werden, so steht dem Auftragnehmer das Recht zu, eine Ausgleichsberechnung vorzunehmen, er muss sie nur verlangen. Bei dieser Ausgleichsberechnung geht es darum, dass der Unternehmer nicht schlechter und nicht bessergestellt wird, als wenn die Massenmehrung/-minderung nicht eingetreten wäre. Somit muss laut der VOB/B und der damit bereits erfolgten Rechtsprechung jede Position untersucht werden, ob die tatsächlich ausgeführten Massen von den im Ursprung vorgesehen Massen um mehr als 10,01 % nach oben oder unten abweichen. Denn nur außerhalb dieser Massenabweichung ist eine Ausgleichsberechnung möglich. Diese Berechnung muss aber für jede Position, welche ursprünglich im Leistungsverzeichnis vorhanden/beauftragt war, durchgeführt werden, um eine sachgerechte Ausgleichsberechnung vorzunehmen.

Ausgleichsberechnung

 

Zwei Berechnungsarten sind mit EstateGo möglich

 

  1. Voller Ausgleich gemäß VOB/B
    Hierbei werden Allgemeine Geschäftskosten, Baustellengemeinkosten und der Gewinn aus Mehr- und Mindermengen gegeneinander verrechnet.
  2. Nur Baustellengemeinkosten verrechnet
    Jede ausgeführte Mehrmenge ist im Grunde eine zusätzliche Leistung. Sofern man nun unterstellt, der Unternehmer würde seine vorhandenen Ressourcen/Arbeitskräfte anstatt zur Ausführung der Mehrmengen auf einer ganz anderen Baustelle einsetzen, so würde man auch nicht verlangen/erwarten, dass er diese Leistung mit vermindertem oder gar keinem Erwerb von Allgemeinen Geschäftskosten und/oder Gewinn ausführen würde.

Unter dem Strich bedeutet das, dass es nicht abschätzbar/überschaubar ist, ob es sich lohnt, eine Ausgleichsberechnung vorzunehmen oder nicht, da die Auswirkungen, selbst wie in diesem Beispiel bei nur 10 Positionen und einer „geringen Auftragssumme“ von 18.223,00 €, nicht mit einem Blick zu erkennen sind. Die Auswirkungen bei sechsstelligen oder gar siebenstelligen Beträgen überlässt der Verfasser der Phantasie des geneigten Lesers. Zugegeben, händisch ist der v.g. Nachweis in diesem Fall den Aufwand nicht Wert, aber auch wenn es nur, wie in diesem Beispiel, eine Ertragserhöhung von ca. 1,34 % sind, so sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden, welche Auswirkungen nur 1,34 % Ertragserhöhungen auf das gesamte Geschäftsjahr haben. Der Verfasser ist sich sicher, dass die tatsächliche Zahl um bis 100,00 % höher ist, sofern der Mehr- und Mindermengenausgleich konsequent bei jeder zu erstellenden Schlussrechnung durchgeführt wird. Belegt wird Vorgenanntes dadurch, dass die meisten Architekten/Fachplaner so ausschreiben, dass die Auftragssumme nicht erreicht wird, da sie sich sonst unschöne Fragen von ihren Auftraggebern gefallen lassen müssen, warum das geplante Budget überschritten wurde, und demzufolge durch überhöhte Massen dem vorzubeugen versuchen, was zur Folge hat, das die Auftragsumme im Regelfall nicht erreicht wird. Ändert man nun das oben aufgeführte Beispiel auf realistische/in der Praxis gängige Abrechnungsverhältnisse (siehe Bild 3), so dass die meisten Massenangaben sich bei der Abrechnung im Rahmen von 90,00 % – 110,00 % bewegen, erhöht sich der Mehr- und Mindermengenausgleichswert schon auf 351,18 €, und dieses bei nur 10 Positionen, wobei anzumerken ist, dass die Mehrzahl der Positionen sich in diesem Beispiel, also realitätsfremd, in dem Bereich befinden, wo kein Mehr-und Minderkostenausgleich stattfindet, also im Bereich zwischen 90,00 % und 110,00 % der ursprünglichen Massen. Die Ausgleichskosten erhöhen sich sofort und signifikant, sowie die Mindermengen nur etwas unter 90,00 % liegen, wie das Bild 4 (Pos 10 immer unverändert) verdeutlicht. Dort steigt der Betrag von 251,96 € (Bild 2), 351,18 € (Bild 3) bereits auf 688,55 € (Bild 4) und wir sprechen schon über einen Mehrertrag.

Anwendung/Durchsetzung des Mehr- und Mindermengenausgleichs. Grundsätzlich müssen Sie, wenn man die VOB/B wörtlich nimmt, nicht viel tun, außer das Verlangen für diese Ausgleichsberechnung zum Ausdruck zu bringen. Beachtet werden muss aber, dass diese eingetretenen Massenänderungen zufällig (also ohne Anordnung des Auftraggebers) entstanden sind/sein müssen, da sich ansonsten die Anspruchsgrundlagen dem Grunde nach ändern, die Berechnung der Höhe nach dürfte ziemlich identisch sein. In der Praxis passiert es eigentlich immer, dass sich die Massen zufällig ändern, weil es eben erst bei der Abrechnung festgestellt wird, und niemand hat während der gesamten Ausführung „ein Wort“ über die abzurechnenden Massen verloren, insofern ist die Anspruchsgrundlage „immer“ gegeben
Für wen lohnt sich dieser Nachweis? Wenn Sie z.B. im Bereich der Bauelemente tätig sind (z.B. Fenster/Türen) ist es nicht an der Tagesordnung, dass sich der Architekt bei der Anzahl der Türen und Fenster bei einem Einfamilienhaus verzählt, aber dennoch ist es natürlich möglich, dass durch Änderungen Leistungen entfallen/hinzukommen, ohne dass Sie vom Bauherrn eine konkrete Änderungsanordnung erhalten haben. Ganz anders sieht es natürlich aus, wenn die Bauvorhaben größer und komplexer werden, denn dann werden Massenermittlungen mit einem gewissen Spielraum erstellt, und das könnte bei der Abrechnung vorteilhaft sein. Insbesondere die Gewerke, welche nicht selten 100 Positionen und deutlich mehr im Leistungsverzeichnis stehen haben, profitieren wirklich von dieser Regelung der VOB/B. Prädestinierte Gewerke sind zum Beispiel (Auszug, bei weiten nicht vollständig): - Elektro - Heizung - Lüftung Innenausbau Rohrleitungsbau Metallbau Nicht selten bestehen solche Leistungsverzeichnisse aus 500 – 1000 und mehr Positionen und die Auswirkungen einer getätigten und/oder nicht getätigten Mehr- und Mindermengenausgleichs-berechnung sind in keinster Weise mehr im Vorfeld abschätzbar. Nicht selten kommen bereits bei niedrigen sechsstelligen Auftragssummen Ausgleichsbeträge von 30 – 60 T€ zustande, da die Massen (vielleicht geht es irgendwann einmal mit BIM) in keinster Weise ohne sorgfältige Arbeitsvorbereitung zu fassen sind, welche meist aber nicht stattfindet, und durch eine baubegleitende Planung dann restlos ad absurdum geführt wird.
Wie verkaufe ich das dem Bauherrn? Wenn man sich einmal ganz nüchtern klarmacht, dass der § 2 Abs. 3 Nr. 1-3 in der VOB/B dafür vorgesehen ist, dass bei einer Massenänderung keiner besser und keiner schlechter gestellt wird, als wenn die Massenänderung eben nicht eingetreten wäre, so stellt sich dem Verfasser die Frage, warum zieren sich manche Unternehmer diesen Ausgleich dem Bauherrn vorzulegen? Folgende Anmerkungen dazu: Die Massenänderung wurde nicht vom Auftragnehmer verursacht, also warum sollte er sich scheuen diese Abrechnung vorzulegen? Es entstehen keine Mehrkosten, da die Kosten sowieso entstanden wären, wenn die Massen gestimmt hätten. Warum soll der Auftragnehmer auf Geld verzichten, wenn andere (Architekt/Fachplaner) Fehler machen/gemacht haben? Es geht hier nicht um entgangenen Umsatz, sondern um Ertrag/Gewinn! Manche Architekten drohen/drohten aber in der Tat damit, wenn sie noch einmal solch eine Abrechnung erhalten mit Mehr- und Minderkostenausgleichsberechnung, dann werden sie die Firmen nicht wieder anfragen! Dieser Artikel wurde im Sommer 2017 geschrieben, zurzeit kennt der Verfasser keinen Architekten/Fachplaner, der sich überhaupt traut, sich mit den Firmen anzulegen, da es weder ausreichend Fachfirmen noch Fachpersonal gibt. Ausschreibungen werden unbearbeitet zurückgesendet mit dem Hinweis, dass aus Kapazitätsgründen keine Angebotsabgabe möglich wäre. Es werden sich für die nächsten Jahre die Karten neu mischen und es ist somit mehr als legitim, solche Ausgleichsberechnungen zu erstellen/dem Bauherrn vorzulegen. Es geht um die Deckung der Allgemeinen Geschäftskosten, Baustellengemeinkosten, vom Gewinn mal abgesehen, sind das Kosten, welche ein Unternehmen nicht mal eben abstellen/abbauen kann, und diese müssen gedeckt werden, sonst kann man auch mit viel Umsatz insolvent werden, wie die Firma Holzmann und mittlerweile auch viele andere gezeigt haben.

 

EstateGo unterstützt ihr Unternehmen.

Gemeinsam erarbeiten wir für ihre Projekte die passenden Ansätze.

Folgende Werte müssen Sie erfassen

Einmalige Erfassung der Werte
  • Lohnkosten (Stundensatz)
  • Allgemeine Geschäftskosten (Zuschlag in %)
  • Baustellengemeinkosten (Zuschlag in %)
  • Wagnis und Gewinn (Zuschlag in %)
Ihre Werte werden entsprechend aufgearbeitet
  • Positionsnummer
  • Sollmassen
  • Istmassen
  • Einheitspreis
  • Nachtragssummen

 

Änderungs- oder Ergänzungswünsche

Nachforderungen gehören im Projektgeschäft sowohl zum Instrumentarium


Unzureichende Spezifizierung des Auftrages

Änderungen und deren wirtschaftlichen Folgen zwecks Ermittlung


Unvorhersehbare Umstände

Überwachung und Beurteilung von Abweichungen


Anleitung zur Erstellung einer Mehr- und Mindermengenausgleichsberechnung


Allgemeine Anmerkungen

Anleitung zur Erstellung einer Mehr- und Mindermengenausgleichsberechnung gemäß
§ 2 Abs. 3 Nr. 2 bzw. § 2 Abs. 3 Nr. 3 VOB/B

90 % aller Auftraggeber, Architekten und Fachplaner gelingt es nicht, die Leistung so auszuschreiben, dass die ausgeschriebene Leistung tatsächlich und vollumfänglich und zu 100 % zur Ausführung kommt. Dabei gilt natürlich der Grundsatz, je mehr Leistungspositionen das Leistungsverzeichnis enthält, umso größer ist die Chance, die Gefahr, dass das ursprünglich Ausgeschriebene nicht vollumfänglich zur Ausführung kommt bzw., dass Positionen entfallen oder durch Nachträge kompensiert werden. Und genau hier liegt die von allen Unternehmern unterschätzte Chance, Geld zu verdienen, was aber offensichtlich in der Praxis aufgrund von mangelnder/n Zeit/Ressourcen nicht gemacht wird.

 

Festzustellen ist, dass Unternehmer meinen, dass sich mehr Geld mit Nachträgen verdienen lässt, wobei dies aus Sachverständigensicht ein Trugschluss sein dürfte, da ein richtig aufgestellter Nachtrag so transparent ist, dass Sie als Unternehmer maximal Ihre Aufwendungen bezahlt bekommen, aber keinen Cent Ertrag generieren, wenn die Zuschläge für Allgemeine Geschäftskosten und Baustellengemeinkosten nicht ertragsorientiert hinterlegt/vereinbart sind. Richtiger Ertrag lässt sich aber generieren, wenn das (im Allgemeinen zu Unrecht verhasste) EFB-Formblatt richtig und auf maximalen Ertrag hin getrimmt, richtig ausgefüllt wurde.

Dies zeigt, dass niemand (zumindest die v.g. 80 %) die Genialität dieses Preisblatts verstanden hat. Sie müssen es nur einmal verstanden haben, welche Zusammenhänge dieses Preisblatt in sich birgt, und Sie werden verstehen, was ich mit Genialität meine. Sie brauchen nach dem Ausfüllen (sachlich richtig und auf maximalen Ertrag getrimmt vorausgesetzt) nie wieder mit jemanden über Ihre Mehrkosten/ Zuschläge zu diskutieren, auch wenn das Preisblatt ausdrücklich kein Vertragsbestandteil wird, so habe ich es noch nie erlebt, dass ein Unternehmer mit jemandem diskutieren muss, ob und inwieweit die dort im EFB angegeben Zuschläge angemessen sind, sofern nicht völlig abstruse Zahlen eingesetzt wurden.

Insbesondere bei der Mehr- und Mindermengenausgleichberechnung (natürlich aber auch bei Nachträgen) ist es umso wichtiger, dass die maximal (immer auf das jeweilige Unternehmen bezogenen) möglichen Zuschläge für Allgemeine Geschäftskosten, Baustellengemeinkosten eingesetzt worden sind. 

Perfekt ist natürlich der Zustand, wenn diese Zuschläge tatsächlich einmal jährlich real berechnet werden würden. Mathematisch anspruchsvoll ist dieses sicherlich nicht, wenn man einmal verstanden hat, wie diese Zuschläge richtig ermittelt werden in einer Unternehmung. Aber selbst die bekannten, namhaften großen Baufirmen schwächeln an dieser Stelle und kennen ihre Zuschläge für AGK (Allgemeine Geschäftskosten) und BGK (Baustellengemeinkosten) nicht exakt. 

Folgende Regel gilt:

Mindermengen: Sie bekommen alle kalkulierten Zuschläge unabhängig von der tatsächlich ausgeführten Menge (+ € Beträge)

Mehrmengen: Sie müssen alle kalkulierten Zuschläge über 110 % der ausgeführten Menge (- € Beträge) mit den zusätzlich erhaltenen Zuschlägen (+ € Beträge) verrechnen.